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Hengst-Nautilus, Foto: Katrin Dorkewitz Stute-Novalis-v-Nachtflug, Foto: Katrin Dorkewitz Stute-Nicky, Foto: Katrin Dorkewitz

(Fotos: Katrin Dorkewitz)

 

Das Arenberg-Nordkirchner Pony, eine fast vergessene deutsche Pferderasse

 

Die Ponyzucht hat in Deutschland nur eine vergleichsweise kurze Geschichte. Eine der wenigen Ausnahmen bildete das Kleinpferd im Merfelder Bruch des Herzogs von Croy bei Dülmen in Westfalen, oft „Dülmener“ genannt. In dieser Wildbahn wurden seit Jahrhunderten zähe, kleine Ponys gezüchtet.

 

Der Herzog Engelbert von Arenberg etablierte ab 1923, ähnlich wie der Herzog von Croy, um das Schloss Nordkirchen herum eine Wildbahnzucht von Kleinpferden. Zuchtziel war ein zähes, aber elegantes, leichtes Pony mit guten Fahr- und Reiteigenschaften.

 

Die Zucht des „Arenberg-Nordkirchner Sport- und Reitpony“ profitierte vom Aufschwung der Ponyzucht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Tiere waren durch ihre Herkunft gesunde, robuste Pferde. Bis 1968 wurde die Zucht vom Herzog von Arenberg weiterbetrieben und dann der Bestand an Herrn Orthmann verkauft. Dieser löste den Bestand 1984 auf.

 

Erscheinungsbild und aktuelle Situation

 

Arenberg-Nordkirchner Ponys sind langlebige, nervenstarke Ponys, die gut für den Reit- und Fahrsport geeignet sind. Sie zeigen einen ausdrucksvollen Kopf, einen wenig ausgeprägten Widerrist und ein trockenes Fundament bei einer Größe von 132 – 140 cm.

 

Nach dem Ende der Stammzucht bei Nordkirchen 1984 ging die Rasse weitgehend in andere Ponyzuchten auf, insbesondere im „Deutschem Reitpony“. Einige wenige Züchter versuchten die Genetik der Rasse weiter zu erhalten, so dass es heute nur noch wenige Einzeltiere gibt.

 

Durch diese Entwicklung sind die Arenberg-Nordkirchner heute keine offiziell geführte Rasse mehr. Selbst Pferdefachleuten ist diese Rasse nicht immer geläufig.

 

Die GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.) sieht die Arenberg-Nordkirchner jedoch als wertvolles Kulturgut an und hat sie in ihrer „Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen in Deutschland“ (Ausgabe 2018) in Kategorie I „extrem gefährdet“ eingestuft. Die GEH (www.g-e-h.de) bietet auch eine Pferdebroschüre mit einer Rassebeschreibung der Arenberg-Nordkirchner an, die unter 05542/1864 oder info@g-e-h.de bestellt werden kann.

 

Aufruf zum Rasseerhalt

 

Wegen der sehr geringen Tierzahlen ist der Erhalt dieser Rasse schwierig. Allerdings befinden sich in der Rasse „Deutsches Reitpony“ viele Tiere, die auf Arenberg-Nordkirchner Stuten oder Hengste zurückgehen, diese werden jedoch nicht gezielt angepaart.

 

Wir wollen deshalb die Halter und Züchter von Ponys, insbesondere des „Deutschen Reitponys“, aufrufen, nach Arenberg-Nordkirchner Vorfahren ihrer Pferde zu suchen. Diese befinden sich meist vor der dritten Generation.

 

Hengste: Diamant II, Nachtflug, Nansen, Nadir geb. 1967, Nathan geb. 1971 v. Nazim, Mylord v. Meran, Margaretheau Beau Nash GH, Nicki geb. 1973 v. Nazim, Nantano geb. 1975, dessen Söhne z. B. Nantario, Navarino, Negro

 

Stuten: Topnanni geb. 2002 v. Nantano, bzw. deren Mutter Maiglocke geb. 1978 v. Meran, Fee geb. 1976 v. Nabob, Maja, geb. 1976 v. Merafic, Sabinchen geb. 1976 v. Saki, Ilona geb. 1975 v. Iswid, Nevada, geb. 1973 v. Nazim, Candra geb. 1968 v. Bubi, Nele geb. 1994 v. Nansen, Silva, geb. 1968 v. Sesam

 

Wenn Sie einen dieser Vorfahren bei Ihrem Pony in der Abstammung entdecken oder Halter solcher Ponys kennen oder Interesse am Erhalt dieser Rasse haben, freuen wir uns sehr, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen! Erwin Schmidbauer, E- Mail: erwin.schmidbauer(at)gmx.de oder Tel.: 09625/786; Katrin Dorkewitz, E- Mail: dorkewitz@g-e-h.de.

 

Ziel ist die Gründung einer „Interessengemeinschaft Arenberg-Nordkirchner“, der die Halter von Tieren mit passender Abstammung zusammenführt und eine geordnete Zucht der Rasse wieder aufnehmen soll.